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Aztekenstadion .......... Mexiko

in > STADIEN DER WELT < 01.10.2011 10:59
von printmaster • Admin | 1.755 Beiträge

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Das sagenumwobene Aztekenstadion von Mexiko City bildete den Rahmen für einige der unvergesslichsten Momente in der Geschichte des FIFA-Weltpokals . Pelés letzte glanzvolle Auftritte auf der Weltbühne, ein letzter Blick auf den alten Jules-Rimet-Pokal und Maradonas berühmte Tore gegen England im Jahre 1986, all das fand auf dem saftig grünen Rasen dieses Schmuckstücks statt. Gemeinhein nur das "Azteca" genannt, handelt es sich bei diesem Stadion um einen der großartigsten Plätze für das schönste aller Spiele und um das einzige Stadion, in dem bereits zwei WM-Finals ausgetragen wurden.

Das Stadion thront fast 2.200 Meter über dem Meeresspiegel und steht in dem Ruf, ein Erfolgsgarant für die mexikanische Nationalmannschaft zu sein. Fakt ist, dass Mexiko in der WM-Qualifikation in diesem Stadion erst 2001 zum ersten Mal verloren hat. Damals unterlag das Team Costa Rica mit 1:2.

Das Dach, das Markenzeichen der Arena, fängt die Geräuschkulisse der riesigen oberen Ränge ein und verstärkt sie, so dass die Atmosphäre angefüllt ist von schrillen Schreien und dem ohrenbetäubenden Höllenspektakel, das zum Wahrzeichen von Mexiko City geworden ist. Das Aztekenstadion ist die Heimat des Lokalmatadors Club America und eines der lautesten Stadien der Welt. Wenn man dann noch die berühmt-berüchtigten verschärften Bedingungen, sprich die Höhe und den Smog, berücksichtigt, gilt dieser Platz wohl zu Recht als sehr unwirtlicher Ort für Gastmannschaften.

Bild by Wikipedia

Das Aztekenstadion von Mexiko City


Das Stadion wurde 1966 erbaut, vor den Olympischen Spielen von 1968 und der Endrunde des FIFA-Weltpokals 1970. Das riesige Bauwerk mit seinen drei Rängen fasst nahezu 115.000 Zuschauer. Für damalige Verhältnisse war der Bau ein geradezu wahnwitziges Unterfangen. Das "Azteca" ist daher der lebende Beweis für die Fussballverrücktheit der Mexikaner.

Die gesamte Bauphase bis zur Fertigstellung dauerte fast vier Jahre. Die Architekten Pedro Ramirez Vasquez und Rafael Mijares bereisten die ganze Welt, um vor dem ersten Spatenstich einen Blick auf die schönsten Fussballstadien der damaligen Zeit zu werfen. Reisen nach Buenos Aires, Madrid, Rom, Florenz, Paris, London, Moskau und Warschau versorgten das Architektenduo mit den Inspirationen, die es für den Entwurf eines Fussballstadions brauchte, dass von vielen für perfekt gehalten wird.

Das Stadion ist nicht nur eine uneinnehmbare Festung der mexikanischen Nationalelf, sondern war in den letzten 40 Jahren auch Schauplatz für einige der elektrisierendsten und unvergesslichsten Momente in der Geschichte des FIFA-Weltpokals . Pelé beendete seine Länderspielkarriere 1970 mit einer überragenden Leistung im Finale gegen Italien. Er inspirierte die von vielen Experten als größte Mannschaft aller Zeiten eingestuften Brasilianer zu einem meisterhaften 4:1-Erfolg gegen ein italienisches Team, das berüchtigt für seine unüberwindbare Abwehr war.

Der Mann, den viele für den größten Fussballer aller Zeiten halten, versenkte den Ball in der 18. Spielminute nach einer raffinierten, angeschnittenen Hereingabe von Rivelino mit einem flach angesetzten, harten Kopfball im Tor. Albertosi im italienischen Tor war völlig chancenlos. Beim anschließenden Torjubel sprang Pelé in Jairzinhos Arme, die Szene wurde fotografiert und wohl zu einem der bekanntesten Schnappschüsse in der Fussballgeschichte. Die Seleção in den kanariengelben Trikots zeigte in dieser Begegnung einen lässigen, fast tänzerischen Fussball, den wir in dieser Form nie wieder zu sehen bekommen sollten, und brachte das Spiel mit 4:1 zu Ende. Anschließend machte der Jules-Rimet-Pokal auf dem sattgrünen Rasen des Aztekenstadions die Runde. Es sollte 24 Jahre dauern, bis Brasilien erneut einen Weltmeistertitel feiern konnte.

Auf dem Weg zu diesem aus ihrer Sicht unglücklichen Finale hatten auch die Italiener ihren magischen Moment. Im Halbfinale stand es nach 90 Minuten 1:1 zwischen der BRD und Italien. Das Spiel ging in die Verlängerung, die als Klassiker in die Annalen des Fussballs einging. Es handelt sich dabei wohl eine der besten halbe Stunden Fussball, die jemals vor einem großen Publikum gespielt wurde. Es fielen Tore in Hülle und Fülle auf beiden Seiten mit 'dem Bomber' Gerd Müller (2), Burgnich, Riva und Rivera als Torschützen, als beide Mannschaften verzweifelt noch einmal alles nach vorne warfen, obwohl sie mit Erschöpfung und der extremen Höhenlage des Aztekenstadions zu kämpfen hatten.



Diese Gedenktafel soll immer wieder das denkwürdige Spiel Italien - Deutschland erinnern!


All die dramatischen Augenblicke, zu denen es auf dem makellosen Spielfeld des Aztekenstadions im Laufe der Zeit kam, scheinen bedeutungslos im Vergleich zu Maradonas magischem Auftritt bei der WM 1986 in Mexiko. Nachdem das Stadion ein Jahr zuvor noch ein starkes Erdbeben unbeschadet überstanden hatte, ging es angesichts der göttlichen Vorstellungen von "El Diego" fast in die Knie.

Kurz nachdem Manuel Negrete die Mexikaner mit einem beeindruckenden seitlichen Fallrückzieher gegen Bulgarien in Führung gebracht und damit ins Viertelfinale geschossen hatte, feierte der argentinische Genius Diego Armando Maradona in der Runde der letzten Acht seinen ersten Auftritt im Aztekenstadion. Der Tag, an dem die Argentinier auf ihre Erzrivalen aus England trafen, sollte in die Geschichte des FIFA-Weltpokals eingehen, denn im Hexenkessel des Aztekenstadions traten beide Seiten dieses zwiespältigen Stars zutage.

In der 51. Spielminute wurde Maradona in den Augen von Puristen und Moralisten auf der ganzen Welt vom Heiligen zum Übeltäter. Nach einem fatalen hohen Rückpass von Steve Hodge stieg das klein gewachsene Fussballgenie hoch und "köpfte" den Ball über den erfahrenen englischen Schlussmann Peter Shilton hinweg ins Tor. Zwar kam der englische Mannschaftskapitän und Torhüter langsam in die Jahre, aber dennoch schien es unmöglich, dass der kleine Maradona ein Kopfballduell gegen ihn gewinnen konnte. Und wie sich herausstellte, war das auch nicht passiert. In Zeitlupenwiederholungen wurde deutlich, was man auf der englischen Bank schon vermutet hatte. Maradona hatte das Leder mit der Hand in die Maschen befördert.
In einer Pressekonferenz nach dem Spiel schrieb die berühmte Nr. 10 das Tor göttlicher Intervention zu und bezeichnete das Handspiel stolz als El Mano de Dio oder die Hand Gottes.

Sein zweites Tor in diesem Spiel besiegelte den 2:1-Endstand und wurde im Jahre 2002 von den Nutzern von FIFAworldcup.com zum Tor des Jahrhunderts gewählt. Eine Statue des stämmigen Spielers mit der Nummer 10, die vor den Toren des Stadions errichtet wurde, sorgt dafür, dass dieses Tor niemals in Vergessenheit gerät.
Nur drei Minuten nach dem Handspieltor sicherte sich Maradona den Ball listig und wie nach Versöhnung heischend nahe des Mittelfeldes, drehte sich wie ein Kreisel und rannte im Sturmlauf auf die nervöse englische Abwehr zu. Maradona legte den Sprint des Jahrhunderts hin, ließ sechs Abwehrspieler stehen, erwischte Shilton auf dem falschen Fuß, umrundete ihn und schob den Ball dann im letzten Moment mit der Fußspitze ins Netz.

Und das waren noch längst nicht alle Heldentaten des aufmüpfigen Argentiniers. Im Halbfinale gegen Belgien erzielte der Mannschaftskapitän zwei weitere Treffer. Der erste kam nach einem sehenswerten, schnellen Schuss zustande, der zweite nach einem unglaublichen Dribbling durch die völlig geschockten Abwehrreihen. Und, als hätte es nie einen Zweifel gegeben, machte Maradona mit seinem telepatischen Zuspiel auf José Burruchaga im Finale (Endstand 3:2) seinem Ruf als bester Spieler der damaligen Zeit und seiner ganzen Generation alle Ehre.

Nach dem Schlusspfiff strömten die Zuschauermassen im Aztekenstadion auf das Spielfeld, um ihre Fussballgötter zu ehren. Genau wie Pelé 1970 blieb auch Maradona ohne Trikot zurück und musste hoch in den Bergen um Mexico City die Umarmungen Tausender von Menschen über sich ergehen lassen.


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Man muss Fußball nicht verstehen, man muss sich nur damit zurechtfinden!

zuletzt bearbeitet 01.10.2011 11:09 | nach oben springen
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