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Walter Fritz .................... DEUTSCHLAND

in > EUROPÄISCHE SPIELER EINST UND JETZT < 14.01.2012 18:54
von printmaster • Admin | 1.755 Beiträge

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Fritz Walter wurde am 31. Oktober 1920 in Enkenbach –Alsenborn, als ältestes von fünf Kindern geboren. Von seinen Geschwistern Ludwig, Gisela, Ottmar und Sonja wurde auch Bruder Othmar, ein berühmter Fußballer.
Als Sohn des Vereinswirts des 1. FC Kaiserslautern kam Fritz Walter schon in frühester Jugend mit dem Fußball in Kontakt. Seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz machte Fritz als Siebenjähriger (und als rechter Verteidiger) in der Schülermannschaft des FV Kaiserslautern. Der verschmolz später mit Phönix Kaiserslautern zum heutigen FCK.

Im Alter von acht Jahren trat er in die Schülermannschaft des FCK ein. Nach der Schule, elernte er den Beruf als Bankkaufmann, das ihn aber nicht hinderte den Fußballsport begeistert auszuüben. Der bekannte Sportreporter Rudi Michel erinnert sich, dass sein Vater in der Saison 1928/29 immer früher ins Stadion ging: „Vor der ersten Mannschaft spielts klää Fritzje“. Mit 17 spielte er auf der Position des Stürmers in der ersten Mannschaft.



Fritz Walter mit Bundestrainer Sepp Herberger


Am 14. Juli 1940 bestritt Walter sein erstes Spiel in der Nationalmannschaft unter der Leitung des damaligen (Reichs-)Trainers Sepp Herberger („der Chef“) und erzielte beim 9:3-Sieg gegen Rumänien gleich drei Tore.
Wie vielen anderen Fußballern auch raubte der Zweite Weltkrieg Fritz Walter seine besten Jahre als Sportler. Obwohl Herberger für seine Nationalspieler Privilegien durchsetzte, kam Walter 1940 als Infanterist nach Frankreich, später nach Sardinien, Korsika und Elba. Fußball spielte er nun in der Soldatenmannschaft Rote Jäger.

Später kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Das „Spiel seines Lebens“, wie er später jedoch betonte, war nicht das WM-Finale 1954, sondern ein Spiel, das er im Kriegsgefangenen-Lager bei Mármaros-Sziget in Rumänien machte. Geschwächt von einem Malaria-Anfall spielte er mit den ungarischen und slowakischen Wachsoldaten Fußball. Sie erkannten den deutschen Nationalspieler und stellten ihm dem russischen Lagerkommandanten Major Schukow vor, ebenfalls ein großer Fuballfan. Schukow bewahrte Fritz und dessen jüngeren Bruder Ludwig vor dem Abtransport nach Sibirien. Bereits am 28. Oktober 1945 kehrten die Brüder nach Kaiserslautern zurück.

Nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1945 spielte Walter erneut beim 1. FCK. Der Auswahl „Pfalz“, in der neben Fritz Walter noch sieben weitere Kaiserslauterer Spieler standen, bescheinigte der damalige Bundestrainer Sepp Herberger „Länderspielformat“. Seit Oktober 1948 war er mit Italia Bortoluzzi ver-heiratet (Trauzeuge war Sepp Herberger); die Ehe blieb kinderlos. Walter stand fünf Mal in Endspielen um die deutsche Meisterschaft und wurde mit dem Verein 1951 und 1953 Deutscher Meister.

Nach der Kriegsunterbrechung kehrte Walter 1951 in die Nationalmannschaft zurück, lief in 30 Spielen als Spiel-führer auf und war der verlängerte Arm von Sepp Herberger auf dem Platz. Unter der Führung von Bundestrainer Herberger und Mannschaftskapitän Fritz Walter gewann die Nationalmannschaft erstmalig die Fußball-Weltmeisterschaft 1954. Der Endspielsieg gegen die hochfavorisierten Ungarn ging als Wunder von Bern in die Sportgeschichte ein. Walter spielte mit der Nummer 16. Noch heute wird die Mannschaft von 1954 auch als „Walter-Elf“ bezeichnet. Manchmal wird diese Bezeichnung jedoch auch für die damalige Mannschaft des 1. FCK verwendet.
n einem Freundschaftsspiel mit dem FCK erzielte er 1956 sein legendäres Hackentor von Leipzig im Spiel Kaiserslautern gegen Wismut Aue, von dem jedoch nur Bild- und keine Videoaufnahmen existieren. Dennoch wird es heute als eines der besten Tore aller Zeiten bezeichnet: Walter hatte sich einfach nach vorne fallen lassen und den Ball dann mit der rechten Hacke über den eigenen Kopf ins rechte Eck geschossen. Der DDR-Sportreporter Wolfgang Hempel bezeichnete es als „Tor des Jahrhunderts“.


Der Weltmeister 1954 beim abspielen der Nationalhymnen


Seine zweite Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1958 bedeutete für Walter auch gleichzeitig den Abschied aus der Nationalmannschaft. Walter verletzte sich im Halbfinale, verursacht durch ein klares Foulspiel des Schweden Parling in der 75. Minute, musste ausscheiden und konnte auch nicht mehr im Spiel um Platz 3 gegen Frankreich auflaufen. Er erklärte nach der WM seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, womit das Halbfinalspiel 1958 gegen Gastgeber Schweden sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft bleiben sollte. Er gehört zu den vier Spielern die mehr als 15 Jahre in der Nationalmannschaft spielten und wurde dabei nur von Lothar Matthäus übertroffen.

In seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern erzielte Fritz Walter in 384 Spielen 327 Tore. Sensationell ist diese Quote vor allem deshalb, weil er kein Stürmer, sondern Mittelfeldspieler auf der Halbposition war.
Nach dem Ende seiner Karriere als Fußballer war Walter zunächst Werbeträger und Berater beim SV Alsenborn, Inhaber des Fritz-Walter-Kinos ("Universum") und einer Wäscherei, schrieb mehrere Sportbücher, danach engagierte er sich von 1976 bis 1997 für die Sepp-Herberger-Stiftung, die sich um die Resozialisierung von Strafgefangenen bemüht.

Für den Historiker gab es drei Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland: politisch war es Adenauer, wirtschaftlich war es Erhard und mental Fritz Walter. Eigentich sei der 4. Juli 1954, das Endspieldatum von Bern, das Gründungsdatum der Bundesrepublik gewesen.
Gesundheitlich angeschlagen ging „der große Fritz“ in seinen letzten Lebensjahren kaum noch in das nach ihm benannte Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern, da ein Fußballspiel anzuschauen ihn immer zu sehr aufregte. Auch bei Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft schaute er nicht zu, sondern ließ sich von Ehefrau Italia über Ereignisse, Tore und Fouls informieren.



Das Trio der Ehrenspielführer: Franz Beckenbauer, Fritz Walter, Uwe Seeler

Obwohl er die WM 2006 selbst nicht mehr erleben durfte, hatte er wohl maßgeblichen Anteil daran, dass Kaiserslautern (noch vor etwa Bremen) zur WM-Stadt 2006 gekürt wurde. Einerseits aktiv (als offizieller WM-Botschaf¬ter) mit der Kampagne 5 Weltmeister für Kaiserslautern (mit Horst Eckel, Ottmar Walter, dem damaligen FCK-Trainer Andreas Brehme und dem damaligen Spieler Youri Djorkaeff), andererseits wurde auch vielfach der „Fritz-Walter-Bonus“ beschworen.

Ebenso legendär wie Fritz Walter selbst ist der Begriff „Fritz-Walter-Wetter“ (auch: „dem Fritz sein Wetter“). Damit ist regnerisches Wetter gemeint, das Fritz Walter zum Spielen vorzog. Er hatte sich im Zweiten Weltkrieg mit Malaria angesteckt, deshalb fiel es ihm schwer, bei Hitze zu spielen. Außerdem spielte er bei schwerem, nassem Boden seine überlegene Technik aus (so auch während des Endspiels der WM 1954, bei dem es ausdauernd regnete).

Legendär ist der Dialog zwischen Herberger und Walter auf der Fahrt zum Endspiel: „Fritz, Ihr Wetter“, sagte Herberger auf der Fahrt zum Stadion zu seinem Kapitän, und dieser erwiderte: „Chef, ich hab nix dagegen.“
Die Band Sportfreunde Stiller ehrte Fritz Walter auf ihrer Fußball-CD You have to win Zweikampf anlässlich der WM 2006 mit ihrem Lied Dem Fritz sein Wetter. Außerdem nannte sich eine Punkband in Erinnerung an die legendäre Weltmeisterelf von 1954 Walter Elf.

Bild by Wikipedia

Fritz Walter und Horst Eckel auf den Schultern begeisterter Fans

Uwe Seeler, Horst Eckel, Karl Schmidt, Hans Schäfer und Herbert Burdenski erkoren Fritz Walter zum „besten Fußballspieler aller Zeiten“, weil er noch vor Pelé, Franz Beckenbauer, Ferenc Puskás und Alfredo Di Stéfano „bei gleicher technischer Qualität“ der mit Abstand „stärkste Mannschaftsspieler“ sei. Dazu wird bis heute immer wieder gelobt, wie sehr Fritz Walter bescheiden und er selbst geblieben sei, was wohl auch einen wesentlichen Teil seiner Popularität ausmacht.

Bild by Wikipedia

Erinnerungen an den großen Fritz Walter



Länderspiele: 61
Tore: 9
WM-Spiele: 10
WM-Tore: 6
WM-Teilnahme: 1954, 1958

Stationen: 1.FC Kaiserslautern
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Man muss Fußball nicht verstehen, man muss sich nur damit zurechtfinden!

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