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Für Verteidiger: EURO-Spiele zum Vergessen

in >WIR ERINNERN UNS - HÖHEPUNKTE - PLEITEN - PECH - PANNEN< 27.05.2012 14:09
von printmaster • Admin | 1.755 Beiträge

Das allererste Spiel bei der UEFA-Europameisterschaft war das bislang torreichste überhaupt, doch auch danach gab es Partien, in denen Tore en masse fielen. Wir schauen zurück auf Spiele, die Verteidiger gerne niemals erlebt hätten.

Halbfinale 1960: Frankreich - Jugoslawien 4:5
Das Eröffnungsspiel des ersten Turniers war gleich mal ein Drama, das in den 52 Jahren danach selten getoppt werden konnte. Nach zwei frühen Treffern auf beiden Seiten ging Frankreich kurz vor der Pause mit 2:1 in Front, doch zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner erahnen, was noch folgen sollte. Les Bleus führten bis eine Viertelstunde vor dem Ende mit 4:2, ehe Jugoslawien innerhalb von fünf Minuten drei Treffer schoss und das Spiel in spektakulärer Art und Weise auf den Kopf stellte.

Halbfinale 1976: Jugoslawien - Bundesrepublik Deutschland 2:4 (n.V.)
Der Titelverteidiger lag nach einer halben Stunde mit 0:2 im Rückstand. Helmut Schöns FIFA-Weltmeister von 1974 gab sich jedoch noch lange nicht geschlagen und schaffte nach 82 Minuten und den Treffern von Heinz Flohe und des eingewechselten Dieter Müller den Ausgleich. In den letzten sechs Minuten der Verlängerung war Müller dann noch zweimal erfolgreich und schoss die deutsche Truppe ins Endspiel gegen die Tschechoslowakei - kein schlechtes internationales Debüt für den Stürmer.

Gruppenphase 1996: Russland - Tschechische Republik 3:3
In einem irren Spiel standen die Tschechen bei der EURO '96 kurz vor dem Ausscheiden, obwohl sie nach 20 Minuten bereits 2:0 geführt hatten. Doch kurz nach der Pause gelang den Russen per Doppelschlag der Ausgleich, ehe sie in der 85. Minute sogar in Führung gingen. Bei einer Niederlage von Dušan Uhrins Mannen wäre Italien in Gruppe C weitergekommen, doch zwei Minuten vor dem Ende besorgte Vladimír Šmicer noch den Ausgleich, was die Tschechen offenbar so beflügelte, dass sie es bis ins Endspiel schafften.

Gruppenphase 2000: Jugoslawien - Slowenien 3:3
30 Minuten vor dem Ende schien die Partie gelaufen: Slowenien führte bereits mit 3:0 gegen Jugoslawien - Zlatko Zahovič war zweimal erfolgreich, zudem traf Miran Pavlin per Kopf - und hatte nach Siniša Mihajlovićs Platzverweis einen Mann mehr auf dem Platz. Jugoslawien zeigte jedoch eine unfassbare Moral und kam nach Treffern in den Minuten 67, 70 und 73 noch zum Ausgleich. Ivan Dudić klärte dann kurz vor Schluss noch auf der Linie und rettete den Jugoslawen einen Zähler.

Gruppenphase 2000: Jugoslawien - Spanien 3:4
Spanien war in diesem letzten Gruppenspiel eigentlich schon geschlagen und ausgeschieden, denn José Antonio Camachos Mannen mussten unbedingt gewinnen, um das Viertelfinale zu erreichen, lagen jedoch kurz vor Schluss gegen die Jugoslawen, die erneut in Unterzahl spielten, mit 2:3 hinten. In der Nachspielzeit verwandelte Gaizka Mendieta dann einen Elfmeter, ehe Alfonso Pérez seinen zweiten Treffer des Spiels besorgte und ein wildes Durcheinander folgte. Die Jugoslawen mussten sich jedoch nicht allzu sehr grämen, da sie ebenfalls weiterkamen.

Viertelfinale 2000: Niederlande - Jugoslawien 6:1
Jugoslawien stand 2000 dann zum dritten Mal im Mittelpunkt, doch diese Partie war erneut eine zum Vergessen, da die Niederländer zum bislang einzigen Mal in der Geschichte von EM-Endrunden sechs Treffer erzielten. Drei davon markierte Patrick Kluivert - ein Stürmer, der zum damaligen Zeitpunkt auf dem Höhepunkt seiner Karriere war - und zwei davon gingen auf das Konto von Marc Overmars. Es war jedoch nicht die Leistung eines Einzelspielers, sondern der total dominante Gesamtauftritt der Truppe, der die in der Gruppenphase überzeugenden Jugoslawen zerstörte.

Gruppenphase 2004: Kroatien - England 2:4
Wayne Rooney, der in der Begegnung zuvor gegen die Schweiz zwei Treffer erzielt hatte, spielte sich gegen Kroatien endgültig ins Rampenlicht. Sven-Göran Erikssons Team geriet früh in Rückstand, doch Paul Scholes und zweimal Rooney schossen England auf die Siegerstraße. In den letzten 20 Minuten waren beide Teams noch einmal erfolgreich, doch es war vor allem Rooney zu verdanken, dass die Engländer erstmals auf fremden Boden eine EM-Gruppenphase überstanden.


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