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Estadio Santiago Bernabéu .... Madrid

in > STADIEN DER WELT < 12.07.2012 07:20
von printmaster • Admin | 1.755 Beiträge

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Die Geschichte des sagenumwobenen "Estadio Santiago Bernabéu" ist untrennbar mit der Geschichte seines "königlichen" Besitzers Real Madrid verbunden - ein Verein, der im Jahre 2000 von der FIFA als Klub des Jahrhunderts geehrt wurde. Viele der größten Spieler aller Zeiten, darunter Alfredo Di Stéfano, Ferenc Puskas, Emilio Butragueño, Ronaldo, Raúl und Zinedine Zidane, haben im berühmten weißen Dress auf dem geheiligten Rasen des Bernabéu-Stadions ihr Können unter Beweis gestellt.

Das Stadion hat viele denkwürdige internationale Begegnungen miterlebt, darunter das Finale des FIFA-Weltpokals Spanien 1982 ™ und die Europameisterschaft 1964 - das erste und einzige große internationale Turnier, das La Furia Roja, die spanische Nationalmannschaft gewinnen konnte.

Erbaut in einem damaligen Vorort der spanischen Hauptstadt, steht das Stadion heute mitten im Herzen des geschäftigen Bankenviertels von Madrid. Das gewaltige Bauvorhaben leitete den Beginn einer Ära des Baus riesiger Sportanlagen in aller Welt ein. Zur damaligen Zeit hielten viele die geplante Zuschauerkapazität von 120.000 Plätzen für Größenwahnsinn, doch das riskante Unternehmen zahlte sich für den Bauträger schnell aus.

Am 21. Juni 1964 versammelten sich rund 100.000 Fans im Estadio Santiago Bernabéu, um das Finale der EURO 1964 zu verfolgen, das Spanien gegen die damalige Sowjetunion gewann. Dieses Finale steckte voller politischer Implikationen, und der Sieg der Heimmannschaft wurde dementsprechend von Spaniens faschistischem Führer, Generalissimo Franco, zu Propagandazwecken ausgeschlachtet.

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Bei der ersten Europameisterschaft hatte der Diktator die spanische Mannschaft aufgrund politischer Differenzen mit dem damaligen Viertelfinalgegner - es war ebenfalls die UdSSR - aus dem Turnier zurückgezogen, doch an diesem Juninachmittag ließ er es sich nicht nehmen, die Begegnung persönlich zu verfolgen. Dank eines Tores von Pereda gingen die Gastgeber schon in der sechsten Minute in Führung, aber nur zwei Minuten später konnte Khusainov mit einem fantastischen Freistoß den Ausgleich für die Gäste erzielen.

Als sich das Spiel langsam dem Ende zuneigte, schlug Pereda eine wunderbare Flanke von rechts vor das russische Tor, und Marcelino hob den Ball mit dem Kopf über den hilflos zuschauenden russischen Torhüter Lev Yashin - die "Schwarze Spinne" - ins Netz. Damit hatte die spanische Nationalmannschaft ihr erstes (und bisher einziges) großes internationales Turnier gewonnen - im passenden Rahmen des majestätischen Bernabéu-Stadions.

Nach der Entscheidung für Spanien als Gastgeberland des FIFA-Weltpokals 1982 ™ wurde das Bernabéu-Stadion grundlegend umgebaut und modernisiert - schließlich sollte hier das Finale stattfinden. Im Zuge dieser Arbeiten reduzierte man die Zuschauerkapazität auf 90.000, und das Areal wurde mit damals hochmodernen Video-Anzeigetafeln ausgestattet.

In einem zum Bersten gefüllten Estadio Santiago Bernabéu gewann Italien schließlich seinen dritten FIFA-Weltpokal gegen die Elf Westdeutschlands. Marco Tardelli, der nicht nur aufgrund seines frenetischen Jubels beim zweiten italienischen Tor in die Geschichtsbücher des Fussballs eingegangen ist, brachte die Azzurri spielentscheidend in Führung. Der Ausdruck schierer Freude in seinem Gesicht und sein besessener Sprint zur eigenen Bank, wo er in einer Traube feiernder Mannschaftskameraden und Trainer verschwand, ist bis heute jedem Fussballfan unvergessen.

Schon vorher hatte sich der legendäre Abstauberkönig Paolo Rossi für Italien in die Torschützenliste eintragen können und sich damit nicht nur den Weltmeistertitel, sondern auch die Torjägerkrone des Turniers gesichert. Und Torwart Dino Zoff, ebenfalls ein italienisches Idol, erlebte an diesem Tag die Krönung seiner großartigen Karriere, als er im reifen Alter von 40 Jahren den FIFA-Weltpokal aus den Händen von König Juan Carlos I. von Spanien entgegennehmen durfte.

Santiago Bernabéu hatte nicht nur von einem großen Stadion geträumt - er wollte auch eine große Mannschaft. Das Team von Real Madrid, das er um den Blonden Pfeil Alfredo Di Stéfano aufbaute, brannte darauf, allen Kritikern zu beweisen, dass es eines solch beeindruckenden Heimatstadions würdig war - und dies gelang der Mannschaft eindrucksvoll: Von 1956 bis 1960 gewann Real Madrid fünf Mal den Europapokal der Landesmeister, und 1966 konnte dieser Triumph ein weiteres Mal wiederholt werden.

Allein drei Mal fand das Finale dieses berühmten Wettbewerbs im Bernabéu-Stadion statt: 1957 schlug Real Madrid den AC Florenz mit 2:0; 1969 ließ der damals unbezwingbare AC Mailand Ajax Amsterdam mit dem spektakulären Johan Cruyff keine Chance (das Endergebnis lautete 4:1 für Mailand); und 1980 verteidigte Nottingham Forest den Landesmeisterpokal durch einen 1:0-Sieg über den Hamburger SV.

Was die inländischen Wettbewerbe betrifft, so hat das Bernabéu-Stadion neben dem alljährlichen superclasico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona mehr Copa del Rey-Finals miterlebt als jedes andere spanische Stadion. Zu den unvergesslichsten Begegnungen gehört das Finale des Copa del Rey 2002, weithin bekannt als Centenariazo: Am 6. März dieses Jahres, dem einhundertsten Jahrestag der Gründung des Madrider Klubs, gelang es dem nordspanischen Rivalen Deportivo de la Coruña dank zweier Tore von Sergio und Diego Tristán, allen Fans der Madrilenen die Feierlichkeiten gründlich zu verderben.

1992 erweiterte man das Estadio Santiago Bernabéu um vier eindrucksvolle Türme, die den Zugang zu den Zuschauertribünen verbessern sollten - und wenn im Jahre 2005 der Umbau der Osttribüne - samt neuem Tribünendach, neuer Präsidentenloge und neuem Pressebereich - abgeschlossen ist, wird das Stadion dem "Fünf-Sterne"-Standard nach UEFA-Maßgaben genügen. Darüber hinaus gibt es Pläne, das gesamte Stadion mit einem transparenten, einschiebbaren Dach zu überbauen.

Das alles dürfte dazu führen, dass noch mehr Spieler beim Betreten des geheiligten Rasens vom "Lampenfieber" überfallen werden - diesen Begriff prägte der argentinische Weltmeister Jorge Valdano, um zu erklären, was für ein Gefühl es ist, in die gewaltige, Ehrfurcht gebietende Fussballkathedrale im Herzen Madrids einzulaufen.

Papst Johannes Paul II sprach 1992 in Madrid zu über 100.000 spanischen Jugendlichen im Santiago-Bernabéu-Stadion.Das Land, auf dem das Stadion errichtet wurde, kostete 1944 ca. 20.000 USD und die Baukosten beliefen sich auf insgesamt ca 275.000 USD. Durch Umbaumaßnahmen zur Erfüllung neuer UEFA-Richtlinien wurde die Kapazität von ursprünglich 120.000 auf 80.000 gesenkt. Die Architekten Luis Alemany Soler und Manuel Munoz Monasterio entwarfen das Stadion, dessen Grundstein am 27. Oktober 1944 gelegt wurde.Das 'Chamartin'-Stadion wurde 1955 nach Santiago Bernabéu benannt, der als Vorsitzender von Real Madrid maßgeblich am Bau beteiligt war.

Wichtigste Veranstaltungen

• Endspiel des FIFA-Weltpokals 1982 (Italien - Deutschland 3:1)
• Zweitrundenspiele des FIFA-Weltpokals 1982 (3)
• Europameisterschaft 1964
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Man muss Fußball nicht verstehen, man muss sich nur damit zurechtfinden!

zuletzt bearbeitet 12.07.2012 07:32 | nach oben springen
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