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Jaschin (Yashin) Lev Ivanovich ............. UdSSR

in > TORHÜTERGRÖSSEN EINST UND JETZT < 02.10.2011 08:29
von printmaster • Admin | 1.755 Beiträge

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Lev Ivanovich Yashin
*22. Oktober 1929 in Moskau
† 20. März 1990 in Moskau



Wenn wir von jemandem sagen, dass nach ihm nichts mehr so war wie zuvor, tun wir das oftmals nur, um einer Aussage mehr Gewicht zu verleihen oder ein Klischee zu erfüllen. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die etwas so Innovatives vollbringen, dass sie tatsächlich den natürlichen Lauf der Dinge verändern. Über Lev Yashin kann man jedoch ohne Übertreibung Folgendes sagen: Nach ihm war die Position des Torhüters nicht mehr dieselbe.

Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass der Sowjetrusse das Konzept des Torhüters, der 90 Minuten lang zwischen den Pfosten steht und auf den Ball wartet, vollkommen über den Haufen warf. Yashin war der erste Torhüter, der seinen Aktionsradius auf den gesamten Strafraum ausweitete. Bis dahin hatte sich kein Schlussmann jemals so beweglich gezeigt und so stark ins Spielgeschehen eingegriffen wie er. Er beschränkte sich nämlich nicht nur darauf, Torschüsse abzuwehren, sondern fing auch Hereingaben ab und sah die Spielzüge der Stürmer voraus.

Aber Lev Yashin war nicht nur ein großartiger Torwart, sondern auch eine der ersten großen Persönlichkeiten des Fussballs. Seinen Durchbruch feierte er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1958, der ersten, die international übertragen wurde - dank des ebenfalls aus der Sowjetunion stammenden Satelliten Sputnik II. Yashin begeisterte die Menschen, die seine Auftritte aus der Nähe verfolgen konnten, und entwickelte sich auf der ganzen Welt zu einem wahren Mythos. Dazu trug sein Spitzname Schwarze Spinne noch zusätzlich bei. Den Namen erhielt er, weil er immer ganz schwarz gekleidet war und den Eindruck vermittelte, er habe acht Arme, um den Ball unter Kontrolle zu bringen.

Lev Ivanovich Yashin wurde am 22. Oktober 1929 in Moskau geboren und war noch ein Junge, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. So kam es, dass er im Alter von zwölf Jahren für die Rüstungsindustrie arbeitete. Bei all den negativen Seiten, die dies hatte, erhielt er dadurch wenigstens die Möglichkeit, in der Fussballmannschaft der Fabrik zu spielen. Es dauerte nicht lange, bis er mit seiner Reaktionsschnelligkeit und ungeheuren Beweglichkeit die Aufmerksamkeit von Dynamo Moskau auf sich zog.

1949 wurde er ins Juniorenteam des Vereins aufgenommen. Es ist kaum zu glauben, dass dies das erste und einzige Mal sein sollte, dass der Torwart einem Klub beitrat. Bis zum Ende einer Karriere im Jahre 1971 sollte der Schwarze Panther (unter diesem Namen war er auf nationaler Ebene bekannt, bevor er international zur "Spinne" umbenannt wurde) kein anderes Trikot mehr tragen als das von Dynamo. Er bestritt über 300 Spiele für den Verein und sicherte sich in der Sowjetunion vier Meistertitel und zwei Pokalsiege.

Das heißt, natürlich trug Yashin auch noch ein anderes Trikot, allerdings nicht auf Vereinsebene. Insgesamt 75 Mal stand er von 1954 bis 1970 im Tor der Nationalmannschaft der UdSSR - immer im schwarzen Trikot. Die Schwarze Spinne wurde zum Sinnbild eines unüberwindlichen Torwarts. Sicher ist es kein Zufall, dass die UdSSR mit ihm im Tor ihre größten Erfolge feierte: die Goldmedaille beim Olympischen Fussballturnier 1956 in Melbourne, den Europameistertitel 1960 im eigenen Land sowie drei WM-Teilnahmen mit brillanten Auftritten.

1958 in Schweden und 1962 in Chile schaffte es die Sowjetunion jeweils bis ins Viertelfinale. 1966 erreichte man in England sogar den vierten Platz und damit das beste Ergebnis aller Zeiten. Lev Yashin gehörte auch noch zu der Mannschaft, die 1970 nach Mexiko reiste, kam jedoch nicht mehr zum Einsatz. Insgesamt bestritt er 13 WM-Spiele, bei denen er viele unglaubliche und sehenswerte Auftritte zu verzeichnen hatte. Bei vier dieser Partien kassierte er keinen einzigen Gegentreffer.

"Yashin war so stark, dass es einen doppelt stolz machte, wenn es einem gelang, ihn zu überwinden", berichtet Tom Finney über die Begegnung zwischen England und der UdSSR bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1958. "Wir lagen mit 1:2 zurück, als der Schiedsrichter uns einen Elfmeter zusprach. Ich trat an, und im Tor stand Yashin. Er war ein unglaublicher Torwart, der schon viele Elfmeter gehalten hatte. Außerdem konnte er einen mit seiner Statur und seiner schwarzen Kleidung ganz schön einschüchtern", berichtet er.

Bis zu seinem Karriereende soll Yashin etwa 150 Elfmeter gehalten haben. "Ich beschloss, mit meinem schwächeren rechten Fuß zu schießen, weil ich wusste, dass er bereits Elfmeter von mir gesehen hatte, die ich mit links ausgeführt hatte. Und ich habe ihn verwandelt! Ich habe Yashin ausgetrickst!"

In den Zeiten des Kalten Krieges gehörte Lev Yashin zu den berühmtesten Persönlichkeiten der Sowjetunion. Damals war die Distanz der westlichen Welt zu diesem Land enorm - und damit auch die Neugier. Yashin hatte die Aura eines Superhelden, die er nicht nur seinen Fähigkeiten als Torverhinderer zu verdanken hatte, sondern auch seinem unvergleichlichen Charisma. Als er beispielsweise gefragt wurde, woran es lag, dass er bei großen Spielen immer optimal vorbereitet zu sein schien, gab er eine Antwort, von der man bis heute nicht weiß, ob sie scherzhaft gemeint war: "Das ist ganz einfach. Man raucht eine Zigarette, um die Nerven zu beruhigen, und anschließend trinkt man einen großen Schluck von einem starken Getränk, um die Muskeln zu stärken."

Wie dem auch sei, funktioniert hat es jedenfalls. In einer Welt, in der die Torschützen fast automatisch mehr Anerkennung erfahren als diejenigen, die Tore verhindern, und in einer Zeit, in der er mit Spielern wie Eusébio und Alfredo Di Stéfano konkurrieren musste, wurde die Schwarze Spinne 1963 als bester Spieler Europas mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet. Bis heute ist er der einzige Torhüter, dem diese Auszeichnung zuteil wurde.

"Einzigartig": Jede Beschreibung von Lev Yashin läuft auf diesen Begriff hinaus. Es hat keinen anderen Torwart wie ihn gegeben. Als Yashin 1990 verstarb, hatte er schon alle erdenklichen Ehrungen und Auszeichnungen erhalten: vom Lenin-Orden im Jahre 1968 bis hin zu einem grandiosen Abschiedsspiel vor 100.000 Zuschauern im Jahre 1971, unter Beteiligung von Pelé, Eusébio und Beckenbauer.

Im Laufe der Zeit wurde sein Name immer mehr zum Sinnbild für den maximalen Erfolg, den ein Torwart erreichen kann. Das wird auch dadurch deutlich, dass die 1994 eingeführte Auszeichnung für den besten Torhüter einer Weltmeisterschaft seinen Namen erhielt. Die Position des Torhüters war nach ihm nicht mehr dieselbe. Sie wurde zum Synonym von Lev Yashin.

- 75 Länderspiele
- 4 WM-Teilnahmen (1958, 1962, 1966 und 1970)
- Europameister (1960)
- Olympiasieger (1956)

Klubs
1949-71: Dynamo Moskau

Nationale Erfolge
Sowjetischer Meister: 1953-54, 1954-55, 1956-57, 1958-59 und 1962-63
Sowjetischer Pokalsieger: 1953, 1967 und 1970

Persönliche Erfolge- Europas Fussballer des Jahres (1963)
- Leninorden der Sowjetunion (1967)
- Welttorhüter des 20. Jahrhunderts


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Man muss Fußball nicht verstehen, man muss sich nur damit zurechtfinden!

zuletzt bearbeitet 02.10.2011 08:32 | nach oben springen
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