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Neymar da Silva Santos Júnior ............... Brasilien

in > SPIELER AUS NORD UND SÜDAMERIKA < 03.12.2011 07:34
von printmaster • Admin | 1.755 Beiträge



* 5. Februar 1992
in Mogi das Cruzes,
Bundesstaat São Paulo



Neymar hat in letzter Zeit eine sprunghafte Entwicklung durchgemacht, und alles ist fast schon erschreckend schnell gegangen. Die Phase, die sich für die meisten Spieler so schwierig zu gestalten scheint, nämlich der Weg von der vielversprechenden Nachwuchshoffnung bis zum endgültigen Durchbruch, ist unglaublich schnell vergangen und wurde von einem weiteren, noch beeindruckenderen Karriereschritt abgelöst. Im Jahr 2011 ist der gerade einmal 19-jährige Spieler des FC Santos nicht nur etabliert, sondern zu einem wahren Phänomen avanciert, und zwar sowohl auf dem Spielfeld – auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene – als auch abseits davon. Er ist einfach ungeheuer populär.

Sei es nun in Santos, Belém do Pará, London oder New York: Wo Neymar da Silva Santos Júnior auch auftaucht, gibt es ein Blitzlichtgewitter, Jungs, die seinen Haarschnitt imitieren und Mädchen, die ihre Stimmbänder strapazieren, um seinen Namen zu kreischen. Vor gar nicht allzu langer Zeit war der Stürmer noch ein Kind, und jetzt räumt er lächelnd ein, dass er sich gar nicht mehr erinnern kann, wann er das letzte das Haus verlassen hat, um sich ein Eis zu kaufen, ohne auf dem Weg ein halbes Dutzend Mal angehalten zu werden. Das ist eben der Preis des Erfolgs und insofern ganz normal. Aber ist es wirklich so normal, dass es für den Star des FC Santos noch nicht einmal ein Preis zu sein scheint, den er zu zahlen hat?

"Das ist das Leben, das ich mir ausgesucht habe. Ich habe es mir nicht nur ausgesucht, sondern Gott darum gebeten: Ich wollte Fussball spielen, auf diesem Weg Erfolg haben, helfen, anerkannt sein. Da wäre es doch absurd, wenn ich mich jetzt über irgendetwas beschweren würde. Schließlich ist das alles, was ich immer wollte", so Neymar im Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Meine Denkweise ist nicht, dass ich nicht einmal mehr rausgehen kann, um mir ein Eis zu kaufen. Ich gehe raus und lebe mein Leben. Und dazu gehört es eben auch, Autogramme zu geben, mich zig Mal fotografieren zu lassen, mich beschimpfen zu lassen – auch das gehört nämlich dazu. Aber ich bin ein Mensch, nicht nur ein Idol."

Das ist fast schon paradox: Neymar, dessen Aufstieg so kometenhaft war, hat noch als Jugendlicher gelernt, mit allem umzugehen, was es mit sich bringt, ein Star zu sein. Und trotzdem ist er tief im Inneren natürlich noch immer ein Jugendlicher. Ein Junge, dem es immer noch schwer fällt, sich eine klare Vorstellung von der Bedeutung dessen zu machen, was er erreicht hat. "Ja, stimmt. Ich habe überhaupt keine Vorstellung davon. Der Groschen ist immer noch nicht gefallen", meint er schüchtern, als müsse er sich für etwas entschuldigen. "Das ist alles noch so neu: Dass die Leute deinen Namen rufen, wenn du irgendwo hinkommst, und dich zumindest um einen Gruß oder Lächeln bitten. Aber ich gewöhne mich ganz gut daran. Ich war ja selbst schon Fan: Ich war damals vor Ehrfurcht erstarrt, habe mich nicht getraut, mich den Spielern zu nähern… Jetzt stehe ich auf der anderen Seite und habe viel Achtung davor."

Mit den Veränderungen abseits des Spielfelds kann er also problemlos leben. Schwieriger stellt es sich hingegen dar, mit der Behandlung durch eine Spezies umzugehen, die ihn weit weniger anhimmelt als seine Fans. Die Rede ist von den gegnerischen Verteidigern. Insbesondere von denen des brasilianischen Fussballs. "Auf dem Spielfeld tut das schon etwas weh. Du dribbelst einen aus, und schon wirst du gefoult. Dann kommt der nächste und das nächste Foul. Das gilt besonders hier, wo mehr mit Manndeckung gearbeitet wird", meint er lachend. Neymar ist inzwischen Stammspieler der brasilianischen Seleção, mit der er bereits gegen Abwehrspieler aus anderen Teilen der Welt angetreten ist und so den Unterschied feststellen konnte. "Es hilft mir wirklich sehr, gegen ausländische Spieler anzutreten, die im europäischen Fussball aktiv sind. Die Deckung ist auch eng, aber man merkt schon, dass es eher eine Raumdeckung ist. Das ist etwas anderes."

Da er seinen Vertrag mit dem FC Santos jüngst bis 2014 verlängert hat, werden sich wohl nur selten Gelegenheiten bieten, gegen Rivalen aus anderen Ländern anzutreten. Die nächste – und bisher beste – gibt es bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2011 in Japan. Dort hoffen die Brasilianer, sich im Halbfinale gegen Auckland City, CF Monterrey oder den japanischen Meister durchsetzen zu können, um im Anschluss auf einen weiteren Favoriten zu treffen: den FC Barcelona. Dabei handelt es sich um ein Team, das sich nicht in erster Linie durch die Deckung der hochklassigen gegnerischen Verteidiger auszeichnet, sondern durch sein schönes Spiel. So schön, dass auch Neymar nicht mit seiner Bewunderung hinter dem Berg hält. "Wer bewundert Barcelona nicht?", meint der Star. "Dort hat man früher viel investiert und kann heute die Früchte ernten. Daher verdient der Klub unsere Glückwünsche, denn er bereitet nicht nur den eigenen Fans viel Freude, sondern allen Bewunderern des schönen Fussballs. Und zu denen gehöre ich."

Der kometenhafte Aufstieg Neymars bringt einen weiteren Anachronismus mit sich. Weil alles so schnell ging, spricht er von Akteuren wie Lionel Messi noch immer mit der Begeisterung eines Fans, obwohl er inzwischen selbst, genau wie der Argentinier, auf der Liste der 23 Nominierten für den FIFA Ballon d'Or steht. Er ist der einzige im südamerikanischen Fussball aktive Spieler, der den Sprung in die Vorauswahl geschafft hat. "Ich sage immer, dass mir noch viel fehlt. Messi ist ein Spieler, der bereits Geschichte geschrieben hat und weiterhin Geschichte schreiben wird. Um so weit zu kommen, muss ich noch viele Grundlagen legen. Ich stehe noch ganz am Anfang."

All das sagt Neymar im Bewusstsein eines Spielers, der weiß, dass er gerade einmal 19 Jahre alt ist und dass seine bisher fast perfekte Entwicklung nur dann wirklich Früchte tragen wird, wenn sie sich auch in Zukunft fortsetzt. Natürlich sollte er dabei bescheiden bleiben. Aber er darf sich sicherlich auch der Tatsache bewusst sein, dass auch heute schon eine fundamentale Rolle für die Titelaspirationen des FC Santos bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft spielt. In knapp drei Jahren steht dann schon die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 an, bei der es um einen weiteren Weltmeistertitel geht. "Ich arbeite an mir, damit ich gut spiele und die Seleção gut vertreten kann. Daran gibt es keinen Zweifel", erklärt er und führt dann zum ersten Mal ein nicht ganz so bescheidenes Ziel an. "2014 hoffe ich, für Brasilien Geschichte schreiben und meinen Namen im Weltfussball verewigen zu können." Bis jetzt ist für ihn alles perfekt nach Plan gelaufen. Zweifelt noch jemand daran, dass es auch in Zukunft so sein wird?


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