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Zeman Walter ........ Österreich

in > TORHÜTERGRÖSSEN EINST UND JETZT < 24.09.2011 12:40
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Walter Zeman
"Tiger von Glasgow"
*1. Mai 1927; † 8. August 1991


Er gilt neben Rudi Hiden als einer der besten Fußballtormänner in der Geschichte des österreichischen Fußballs. Seine Sprungkraft und Fähigkeiten als Tormann brachten ihm auch die Spitznamen „Tiger“ und „Panther“ ein. Seine Stärken waren seine hervorragende Reaktionsfähigkeit, seine Fangsicherheit, sein Stellungsspiel und die Fähigkeit die Abwehr zu führen und zu organisieren.

Walter Zeman begann seine Karriere beim kleinen Favoritner Fußballklub SV Wienerberger. Bereits in jungen Jahren war er ein ausgezeichneter Leichtathlet, der seine so erworbene Sprungtechnik als Tormann optimal umsetzten konnte. Von den „Ziegelböhm“ wechselte Walter Zeman 1942 zum Favoritner Erstligaklub FC Wien. Dort machte er durch zahlreiche Paraden auf sich aufmerksam, sodass er mit 18 Jahren 1945 als neuer Stammgoalie zum Spitzenverein SK Rapid Wien kam. Im selben Jahr durfte beim ersten Heimspiel der nach Kriegsende wiedergegründeten österreichischen Fußballmannschaft das Tor hüten. Österreich konnte damals mit 4:1 Frankreich bezwingen.

Mit den Hütteldorfern konnte Walter Zeman zumeist die Meisterschaft dominieren und auch internationale Erfolge feiern. Insgesamt acht Mal Meister wurde er mit den Grün-Weißen, kam im Europapokal der Landesmeister bis ins Halbfinale und gewann auch 1951 den Zentropapokal, einer Neuauauflage des Mitropacups. Walter Zeman war in Hütteldorf ein sehr beliebter Spieler, der bei den Fans einen hohen Stellenwert hatte. Seine mit Ernst Happel auf dem Spielfeld ausgetragenen Differenzen waren oft die Würze eines Spieles.

Seine berühmtesten Spiele bestritt er allerdings anfangs der 1950er Jahre für die Nationalmannschaft. Als „Panther von Glasgow“ wurde er am 13. Dezember 1950 berühmt als er Österreichs 1:0-Sieg auswärts gegen Schottland bis zur letzten Sekunde halten konnte - kurz danach wurde er als erster Fußballer zum Österreichischen Sportler des Jahres gewählt. Weiters brachte Walter Zeman die Goldene Elf rund um Ferenc Puskás mit seinen Glanzparaden zum verzweifeln. Sándor Kocsis meinte nach einem Spiel in Budapest am 26. April 1953: „Zeman ist ein Hexenmeister, er hat uns um den Sieg gebracht, ihm gebührt der Platz im Welt-Team“.

Noch im selben Jahr wurde der „Tiger von Budapest“ tatsächlich in die Weltauswahl berufen, die im Oktober 1953 im Londoner Wembley-Stadion anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Englischen Fußballverbandes gegen England spielte und dort ein 4:4 erreichte.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz hätte sich für Walter Zeman zu einem Höhepunkt seiner Fußballkarriere entwickeln sollen. Mit der Nationalmannschaft schaltete er Portugal mit einem 9:1-Sieg in der Qualifikation aus, konnte an den WM-Spielen auf Grund einer Knieverletzung nicht spielen. Für ihn kam Kurt Schmied von der Vienna ins Team, der bravourös hielt. Österreich kam bis ins Halbfinale, doch Kurt Schmied zog sich in der berühmten „Hitzeschlacht von Lausanne“ während des Spiels einen Sonnenstich zu und konnte daher nicht mehr im Halbfinale zum Einsatz kommen. So ging im Spiel gegen Deutschland der angeschlagene Walter Zeman ins Tor, der einen rabenschwarzen Tag erwischte - Österreich verlor mit 1:6. Nach diesem Spiel wurde Bestechungsvorwürfe gegen ihn laut. Walter Zeman war darüber so verärgert, dass er seine Nationalteamkarriere mit sofortiger Wirkung beendete und noch vor dem Empfang in Wien den Zug verließ.

Nach der Weltmeisterschaft 1954 war der Tormann nur noch für Rapid Wien aktiv, mit der er noch einige Meisterschaftsgewinne zu seiner Titelsammlung hinzufügen konnte. Erst gegen Ende seiner Karriere am 29. Mai 1960 konnte sich Walter Zeman überreden lassen ein letztes Mal in der österreichischen Nationalmannschaft aufzulaufen. Der Gegner hieß Schottland - Österreich gewann mit 4:1. Nachdem er als Aktiver 1962 auch sein letztes Spiel für die Hütteldorfer absolviert hatte, ließ Walter Zeman seine Karriere beim Salzburger AK 1914 ausklingen. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn übernahm der Tiger eine Trainerstelle beim Rapidnachwuchs und war 1968 unter Rudolf Vytlacil Co-Trainer der Kampfmannschaft, die in dieser Saison das Viertelfinale im Europapokal der Landesmeister erreichte und dabei Real Madrid aus dem Bewerb geworfen hatte.

Am 8. August 1991 verstarb er bereits früh nach einer schweren Krankheit. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Baumgartner Friedhof in Wien (Gruppe K1, Nummer 500).

Im April 2010 wurde in Wien/Donaustadt (22. Bezirk) die Walter-Zeman-Gasse nach ihm benannt

Stationen als Spieler
SV Wienerberger (vor 1942)
FC Wien (1942–1945)
SK Rapid Wien (1945–1961)
Salzburger AK 1914 (1961–1962)

Stationen als Trainer
Jugend des SK Rapid Wien (1963–1970)
KDAG Wien (1970–1973)

Erfolge
1 * FIFA-Weltauswahl 1953
1 * Österreichs Sportler des Jahres: 1950
3 * Österreichs Fußballer des Jahres: 1951, 1952, 1953
1 * Zentropapokal: 1951
8 * Österreichischer Meister: 1946, 1948, 1951, 1952, 1954, 1956, 1957, 1960
1 * Österreichischer Pokalsieger: 1946
Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1954: 3. Platz
41 Länderspiele für die Österreichische Fußballnationalmannschaft von 1945 bis 1960


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Man muss Fußball nicht verstehen, man muss sich nur damit zurechtfinden!

zuletzt bearbeitet 10.01.2012 11:23 | nach oben springen
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