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Happel Ernst "Aschyl" Franz Hermann ............ ÖSTERREICH

in > BERÜHMTE SPIELER UND SPIELERLEGENDEN < 24.09.2011 20:00
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Happel Ernst Franz Hermann ´
"Aschyl"
*29. November 1925 in Wien;
†14. November 1992 in Innsbruck



Ernst Happel spielte bereits als Jugendlicher in der Jugendmannschaft von Rapid Wien, wo er unter anderem von Richard Kuthan und Leopold Nitsch trainiert wurde. Während des Krieges rückte er erstmals 1942 in die Kampfmannschaft auf, wurde nach Kriegsende bald Stammspieler bei Rapid und konnte die ersten Titel gewinnen.

Rapid-Kapitän Franz Binder führte Happels Mannschaft 1946 zum Sieg in Meisterschaft und ÖFB-Cup, wo man die Vienna mit 2:1 besiegte. Damit stand der Wiener in der Siegermannschaft der ersten Meisterschaft und des Cupbewerbs im wiederauferstandenen Österreich. Der Zuspruch zu Rapid in dieser Zeit war sehr groß – durchschnittlich 80.000 Zuschauer wollten den Verein pro Saison sehen.

Ernst Happel wurde bald zum Publikumsliebling und begeisterte durch seine Souveränität als Stopper – aus dieser Position ging später der Libero hervor –, seinem Ballgefühl, dem Tackling und ob seiner taktische Reife. Von Freunden und Fans wurde er bald „Aschyl“ gerufen, in Anlehnung an einen türkischen Schauspieler, dem er zum Verwechseln ähnlich sah.

Seine spielerischen Qualitäten brachten Ernst Happel zudem den Beinamen „der Zauberer“ ein. Seinen ersten Einsatz im Nationalteam hatte Ernst Happel am 14. September 1947, wo Österreich seinen „Erzrivalen“ Ungarn mit 4:3 besiegen konnte. Von diesem Zeitpunkt an hatte Happel einen Stammplatz bei Trainer Walter Nausch. Nachdem sich der Verteidiger 1947 mit dem Vizemeistertitel knapp hinter der Wacker zufrieden geben musste, konnte er mit Rapid in der Folgesaison wiederum den Titel vor den Meidlingern holen. Zum 50. Geburtstag des Vereins ging es im Anschluss an die Saison nach Brasilien. Man versuchte, das brasilianische Spielsystem nach Hütteldorf zu übernehmen und auch Ernst Happel verbesserte seine technischen Fähigkeiten.

Die Spielsaison 1950/51 bildet einen weiteren Höhepunkt in der Zeit Ernst Happels bei den Grün-Weißen. Die Rapid-Mannschaft, verstärkt um den Zugang von Gerhard Hanappi, konnte klar die Meisterschaft dominieren. Man feierte unter anderem ein 11:2 gegen den Linzer ASK, schlug den SK Sturm Graz mit 12:1 und besiegte die Vienna mit 9:0. Schließlich wurde die Mannschaft souverän zum Meister.

Insgesamt erzielten die Hütteldorfer 133 Tore in nur 24 Meisterschaftsspielen. Das entspricht einem Schnitt von 5,54 Toren pro Spiel. 1951 blieb Ernst Happel jedoch nicht nur auf nationaler Ebene erfolgreich; in diesem Jahr kam es außerdem zur Wiederbelebung des Mitropapokals, der 1951 unter dem Namen „Zentropacup“ – da er sich in seiner ersten Wiederauflage auf Mitteleuropa konzentrierte – abgehalten wurde. Der Rapidler konnte sich mit einem 5:0-Sieg gegen Lazio Rom für das Finale qualifizieren, wo er mit der Mannschaft im rein österreichischen Duell gegen die Wacker antrat. Die Meidlinger kontrollierten das Spiel, Rapid musste zweimal zum 1:1 und 2:2 ausgleichen. Das entscheidende Siegtor zum 3:2 für Rapid erzielte Ernst Happel in der 90. Spielminute. Mit dem Sieg im Zentropacup feierte der Verteidiger seinen ersten – Rapid gleichzeitig seinen letzten – großen internationalen Titelgewinn.

Ernst Happel fuhr 1954 mit der Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft in der Schweiz, nach dem man zuvor in der Qualifikation Portugal mit 9:1 besiegt hatte. Der Zug auf dem Weg zum Quartier bei Zürich machte in Innsbruck halt, wo die Mannschaft ein Trainingsspiel gegen eine Vorarlberg-Auswahl durchführen sollte. Das Team ging mit 14:0 in Führung, so dass es dem Verteidiger Happel etwas langweilig wurde. Er schnappte sich den Ball, drehte sich um und schoss seinem Spezi Walter Zeman ein Eigentor aus zwanzig Metern. Die beiden hatten auf dem Platz ständig Auseinandersetzungen, blieben zeitlebens allerdings große Freunde. Bei der Weltmeisterschaft zog Happel mit der Nationalmannschaft nach einem 1:0 über Schottland und einem 5:0-Kantersieg über die Tschechoslowakei in das Viertelfinale ein, wo man auf den Gastgeber traf.

Das trefferreichste Spiel in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften, die „Hitzeschlacht von Lausanne“, konnte Österreich mit 7:5 für sich entscheiden. Österreichs Torhüter Kurt Schmied erlitt bereits zu Beginn des Spieles einen Sonnenstich, durfte jedoch nicht ausgewechselt werden.
Die Schweizer gingen so rasch vor knapp 50.000 heimischen Fans mit 3:0 in Führung. Kurt Schmied wurde indes von Masseur Pepi Ulrich mit zugeworfenen Schwämmen gekühlt. Ulrich stellte sich hinter das österreichische Tor und begann damit den sich in einem Trance-ähnlichen Zustand befindenden Kurt Schmied bei jedem Angriff zu dirigieren.

Das österreichische Team suchte bald nach der schweizerischen Führung die Flucht nach vorne und lag zehn Minuten später selbst mit 5:3 in Front. Das Spiel, in dem Österreich auch noch einen Elfmeter verschoss, gewann das Team von Ernst Happel schließlich dennoch mit 7:5 und stieg zum zweiten Mal in der Geschichte in ein Halbfinale einer Weltmeisterschaft auf. Ernst Happel verlor allerdings auch in diesem Match seinen Spielwitz nicht. Beim Stande von 6:5 für Österreich stoppte er einen Ball mit seinem Hintern und gab ihn so weiter, was fast zum 6:6-Ausgleich für die Schweiz geführt hätte.

Bei der 1:6-Niederlage im Halbfinale gegen die BR Deutschland spielte Ernst Happel eine tragische Rolle. Er hatte den deutschen Teamspielern bei ihren einstudierten Standardsituationen nichts entgegenzusetzen, so dass man ihm und dem Tormann Walter Zeman nach dem Spiel vorwarf, von den Deutschen bestochen worden zu sein. Österreich gewann zwar das Kleine Finale um Platz Drei gegen den damals amtierenden Weltmeister Uruguay. Ernst Happel und Walter Zeman waren allerdings über die Bestechungsvorwürfe so erbost, dass sie bei der Heimfahrt bereits vor dem feierlichen Empfang der Weltmeisterschafts-Dritten in Wien ausstiegen und über drei Jahre lang nicht mehr für die österreichische Nationalmannschaft spielten.

Nach unzähligen Gerüchten, die um Ernst Happel und eine möglichen Wechsel ins Ausland in Wien kursierten, verließ Ernst Happel 1954 tatsächlich die Hütteldorfer und ging an die Seine zu RC Paris. Bereits 1956 kehrte der Verteidiger an seine alte Wirkungsstätte zurück und spielte mit Rapid einige Jahre erfolgreich im Europapokal der Landesmeister. 1956 trafen die Grün-Weißen auf die damals beste Mannschaft Europas: Real Madrid. 1956 bis 1960 gewannen die Spanier alle fünf Europapokalwettbewerbe, doch 1956 erwies sich Happels Klub fast als Stolperstein.

Nachdem die Wiener das Hinspiel in Spanien mit 2:4 überstanden hatten, führten die Rapidler beim Rückspiel in Wien dank eines Hattricks des Verteidigers Ernst Happel, der nur selten so viele Tore in einer ganzen Meisterschaftssaison erzielte, bereits 3:0. Die Spanier konnten jedoch noch das 1:3 erzielen, sodass ein drittes Entscheidungsspiel ausgetragen werden musste. Damals gab es noch keine Auswärtstorregel, ansonsten wäre Rapid aufgestiegen. Das Entscheidungsspiel fand vor 90.000 spanischen Fans in Madrid statt. Rapid verlor chancenlos 0:2.

In der Europacupsaison 1958 traf Ernst Happel mit Rapid auf den AC Milan. Nach einem 1:4 in Mailand drohte ein Debakel.
Doch in Wien konnte Rapid schon nach wenigen Minuten 1:0 in Führung gehen. Die Italiener konnten zwar früh wieder ausgleichen, doch nach 78 Minuten war das Hinspielresultat egalisiert. Dem AC Milan gelang erneut ein Treffer zum 2:4. Kurz vor Spielende erzielte Gerhard Hanappi jedoch das 5:2, sodass es, wie bereits im Vorjahr, zu einem dritten Entscheidungsspiel kam. Dieses Mal fand das Spiel auf neutralem Boden in Zürich statt. Rapid hatte Pech und musste ab der 13. Minute mit zehn Mann weiter spielen, da sich Lambert Lenzinger verletzte. Auswechslungen waren damals noch nicht erlaubt. Die Mannschaft kämpfte, musste sich letztendlich aber 2:4 geschlagen geben, nachdem Ernst Happel sogar der zwischenzeitliche Ausgleich in Unterzahl gelang.

Nachdem die österreichische Nationalmannschaft im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen die Niederlande siegreich geblieben war, fuhr sie wieder gemeinsam mit Ernst Happel zur Weltmeisterschaft 1958 in Schweden. Österreich hatte allerdings großes Pech mit der Gruppenauslosung: Die Gegner hießen Brasilien, England und die damals starke Sowjetunion. Ernst Happel schied mit seiner Mannschaft bereits in der Gruppenphase aus, sollte selbst gar nicht mehr im letzten Spiel gegen England zum Einsatz kommen – es hätte sich um seinen 50. Teameinsatz gehandelt. Sein Verein Rapid reagierte allerdings schnell und schickte dem Teamtrainer Pepi Argauer die Rapid-Ehrennadel, die er Ernst Happel anlässlich seines 50. Einsatzes im Team überreichen sollte. Ernst Happel spielte und Österreich verabschiedete sich mit einem 2:2 gegen England von der Weltmeisterschaft. Mit der folgenden Saison verabschiedete sich Ernst Happel auch vom aktiven Fußball.

Ernst Happel übernahm nach der Beendigung seiner aktiven Karriere zunächst den Posten des Sektionsleiters bei Rapid und betreute gemeinsam mit Trainer Robert Körner die Mannschaft. In diesen zwei Saisonen wurde Rapid Meister, Cupsieger und kam bis ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister, wo man der vom Ex-Hakoahner Béla Guttmann trainierten Benfica Lissabon unterlag.

Doch als sich seine Spielerkarriere dem Ende zuneigte, entschied sich Happel Wien und Österreich zu verlassen, die großen Erfolge waren seiner Meinung nach nur im Ausland möglich. Happels Trainerkarriere begann in den Niederlanden bei ADO Den Haag. Als Trainerneuling musste er sich jedoch erst den Respekt der Spieler erarbeiten. Bei einem der ersten Trainings in Den Haag regnete es stark und die Spieler wollten ihren neuen Trainer etwas sekkieren und verweigerten das Training. Ernst Happel trieb seine Truppe hinaus und legte eine Getränkedose auf das Kreuzeck.

Vom Sechzehner schoss er sie hinunter und forderte seine Spieler auf es ihm nachzutun. Wer es schaffte durfte unter die Dusche – so konnte das Training vollzählig im Regen stattfinden. Ernst Happel wurde bald zu einem der erfolgreichsten Trainer der Fußballgeschichte. Sein Erfolgsrezept als Trainer hieß „Pressing“ und die totale Offensive. Er verlangte von seinen lauffreudigen und konditionsstarken Spielern, dass sie „dem Gegner ihren Stil aufzwingen und ihn nicht zur Ruhe kommen lassen dürfen“. Wegen seiner wortkargen Art als Trainer wurde er auch als der „Schweiger“ betitelt, Max Merkel bezeichnete ihn sogar als „Beethoven in der Endphase“.

Unter Happels Führung entwickelte sich ADO von einem Abstiegstiegskandidaten zu einem Titelaspiranten. Bereits 1963, 1964 und 1966 stand er mit seiner Truppe im Finale um den niederländischen Cup, wo man jedoch gegen Willem II, Fortuna '54 nach Elfmeterschießen beziehungsweise gegen Sparta den Kürzeren zog. 1968 konnte er mit ADO schließlich seinen ersten Titel als Trainer gewinnen – seine Mannschaft besiegte Ajax im vierten Anlauf im Cupfinale mit 2:1. Seine vielgeachteten Trainerqualitäten ermöglichten Ernst Happel schließlich nach dem Cupfinale den Wechsel zum wesentlich besser situierten Ligakonkurrenten Feyenoord Rotterdam.

Bei den Rotterdamern konnte sich der Wiener rasch einleben und gilt heute noch als große Trainerlegende. Mit Franz Hasil stand auch ein gebürtiger Wiener und Ex-Rapidler in den Reihen der Niederländer. Sein Einstieg in Rotterdam war kaum zu überbieten: Ernst Happel gewann mit seiner Mannschaft bereits im ersten Jahr den Europapokal der Landesmeister 1970. Ernst Happel kam in diesem Bewerb mit seinem Team bis ins Finale und schaltete auf dem Weg dorthin unter anderem den AC Milan, Vorwärts Berlin und Legia Warschau aus. Der Finalgegner von Feyenoord hieß Celtic Glasgow, die von Happels Truppe vor 53.000 Zuschauern im Mailänder San Siro durch ein Tor in der 117. Minute von Ove Kindvall mit 2:1 geschlagen werden.

Nach seinem Sieg im Meistercup gewann der Wiener auch den Weltpokal mit den Rotterdamern. Im Finale wird Estudiantes de La Plata besiegt – 2:2 in Buenos Aires und 1:0 in den Niederlanden. Ernst Happel trainierte noch zwei weitere Jahre Feyenoord, wurde unter anderem Meister und platzierte sich nie unterhalb des zweiten Ranges. Er nahm allerdings 1973 vorerst Abschied von den Niederlanden und widmete sich neuen Aufgaben. Ernst Happel selbst sagte dazu: „Wir haben soviel erlebt, ich muss aufhören. Mit zu viel Siegen geht die Disziplin zurück. Wir werden zu sehr Freunde. Man leidet und weint, man lacht und gewinnt zusammen. Und das darf nicht zu lang dauern

Doch egal welche späteren Weggefährten man über Happel befragt, die unzähligen Titel sind zwar wichtig und gehören zu seiner Vita dazu, der Respekt vor dem Menschen Happel ist ungleich größer. Egal ob Günter Netzer, Felix Magath oder auch Aleksandar Ristic - sie alle danken noch heute für ihre Erfahrungen mit dem "Wödmasta", wie er in Österreich genannt wurde. Stellvertretend lassen wir Willem van Hanegem zu Wort kommen: "Ernst Happel war der Beste. Mit seiner Philosophie war er seiner Zeit weit, weit voraus. Er hatte großen Einfluss auf den totalen Fußball in den Niederlanden und auf meine Karriere als Spieler und Trainer."

Van Hanegem begegnete Happel auf dessen zweiter Trainerstation. Bei Feyenoord Rotterdam bekam er nach seiner Zeit in Den Haag erstmals eine Mannschaft, die mit seinen Ansprüchen und Ideen zu Historischem imstande war. Als niederländischer Meister war Feyenoord für den Europapokal der Landesmeister qualifiziert und am Ende sprang der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte heraus. Nach Siegen über Reykjavik, den AC Mailand, Vorwärts Berlin und Legia Warschau wartete im Finale Celtic Glasgow und Ove Kindvall schoss Rotterdam in der Verlängerung zum Titel. Später gewann Feyenoord auch noch den Weltpokal - Happels Weg zur Legende war zumindest in Rotterdam geebnet.

Doch was meinte van Hanegem, wenn er davon sprach, Happel sei seiner Zeit weit voraus gewesen? "Wenn wir den Ball haben, hat ihn der Gegner nicht!" Mit dieser einfachen Vorgabe prägte Happel alle seine Mannschaften, er ließ das von ihm entwickelte und so geschätzte Pressing immer wieder einüben. Die Attacke auf die gegnerischen Spieler begann schon in deren Hälfte, die Räume sollten extrem eng gemacht werden und da Happel auch die Abseitsfalle liebte, verschob sich das Spielgeschehen viel weiter nach vorne, als man es gewohnt war.

Nach Rotterdam ging Ernst Happel kurze Zeit nach Spanien zu Real Betis Sevilla. In Andalusien erreicht er mit Betis den Aufstieg als erster der zweiten spanischen Liga und verpasste in Folgejahr nur knapp den Einzug in den UEFA-Pokal. Trotz dieser Erfolge weilte der Wiener nur kurz in Sevilla und widmete sich dem belgischen Klub FC Brügge, aus dem er wiederum eine der besten Mannschaften der Welt formen konnte.

Er trainierte drei Saisonen lang den Verein, wurde dabei ebenso oft Meister und stand zweimal im Europapokalfinale. Der erste Meistertitel von Brügge 1976 wurde klar vor dem RSC Anderlecht gewonnen. Über Olympique Lyon, Ipswich Town, AS Rom, den AC Milan und den Hamburger SV kam Happels neues Team in seinem ersten Trainerjahr zudem bis ins UEFA-Cup-Finale.

Brügge musste sich dem FC Liverpool allerdings knapp mit 4:3 geschlagen geben. Nach dem Double 1977 griff der FC Brügge 1978 erneut nach dem Europapokal. Dieses Mal stand Ernst Happel mit seiner Mannschaft im Finale des Europapokals der Landesmeister. Im Londoner Wembley-Stadion sah Happel sein Team vor 92.000 Zusehern erneut dem FC Liverpool gegenübergestellt. Auch dieses Mal konnten sich die Briten knapp mit 1:0 durchsetzten. Ernst Happel gelang zwar in seinen drei Jahren in Brügge nicht der große Coup wie in Rotterdam, dennoch verließ er den Club kurz vor der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien und übernahm das niederländische Nationalteam.

Ernst Happel wurde vom niederländischen Verband nur für dieses Turnier als Trainer verpflichtet. In der Vorrunde konnte sich Happel mit der Oranje Elftal nur relativ knapp durchsetzen – das bessere Torverhältnis gegenüber den Schotten gab den Ausschlag zum Aufstieg in die Zwischenrunde. Hier traf Ernst Happel mit seinem Team auf Deutschland, Italien und Österreich. Zum Leidwesen vieler österreichischer Fans konnte sich der Wiener mit der niederländischen Nationalelf durchsetzen und schoss Österreich aus dem Wettbewerb.

Im Finale der Weltmeisterschaft 1978 stand Happels Team dem Gastgeber Argentinien gegenüber. Kurz vor Spielende stand es 1:1, als der Niederländer Rob Rensenbrink anstatt des leeren Tors nur den Pfosten traf. Argentinien gewann in der Verlängerung mit 3:1 – Mann des Spiels war Mario Kempes, der später sein Geld in der österreichischen Bundesliga verdiente. Ernst Happel war somit „nur“ Vizeweltmeister. In seiner Heimat nannte man ihn dennoch „Wödmasta“ – ein Titel, der ihm von Josef Blum zugefallen war.

Nachdem man ihn beim Empfang durch Königin Juliana in den Niederlanden etwas warten ließ, wurde er jedoch ein wenig ungeduldig und meinte er zum kleinen Prinz Willem Alexander: „Wann kommt denn endlich die Omama? Sag ihr ich hab’ wenig Zeit, ich muss nach Velden ins Casino!“

Nach der Weltmeisterschaft in Argentinien und einem langen Urlaub in Velden am Wörthersee kam Ernst Happel nach einer kurzen Zwischenstation in Harelbeke zu Standard Lüttich, wo er allerdings nur zwei Saisonen blieb. In Belgien konnte er abermals den belgischen Cup gewinnen – Lüttich siegte 1981 mit 4:0 über Lokeren.

Happels Weg führte hiernach nach Deutschland, wo er Trainer beim Hamburger SV wurde. In seiner ersten Saison in der Hansestadt konnte er an Erfolge anknüpfen und das Team zum Meistertitel führen. Auch erreichte er das UEFA-Cup-Finale. Im ersten Endspiel unterlag Happels-Elf allerdings den Schweden vom IFK Göteborg auswärts mit 1:0. Das Tor fiel erst kurz vor Spielende durch Tord Holmgren. Das Rückspiel in Hamburg ging mit 0:3 verloren.
In seiner zweiten Spielzeit konnte Ernst Happel seinen Triumph mit den Rothosen in der deutschen Meisterschaft wiederholen und griff wiederum nach dem Europapokal. Das Endspiel des Europapokals der Landesmeister gegen Juventus Turin endete vor 75.000 Zuschauern im Athener Olympiastadion mit 1:0 für den HSV – der bis heute größte Erfolg in der Geschichte des Vereins.

Das Spiel um den Weltpokal ging allerdings an Grêmio verloren. Happel blieb bis 1987 in Deutschland und feierte im letzten Jahr noch den Gewinn des DFB-Pokals, ehe er in seine Heimat zurückkehrte. In dieser Zeit kam er auch mit der deutschen Nationalmannschaft in Verbindung, als er Franz Beckenbauer bei dessen Start in das Amt des Teamchefs fachlich unterstützte.

Doch egal welche späteren Weggefährten man über Happel befragt, die unzähligen Titel sind zwar wichtig und gehören zu seiner Vita dazu, der Respekt vor dem Menschen Happel ist ungleich größer. Egal ob Günter Netzer, Felix Magath oder auch Aleksandar Ristic - sie alle danken noch heute für ihre Erfahrungen mit dem "Wödmasta", wie er in Österreich genannt wurde. Stellvertretend lassen wir Willem van Hanegem zu Wort kommen: "Ernst Happel war der Beste. Mit seiner Philosophie war er seiner Zeit weit, weit voraus. Er hatte großen Einfluss auf den totalen Fußball in den Niederlanden und auf meine Karriere als Spieler und Trainer."

Van Hanegem begegnete Happel auf dessen zweiter Trainerstation. Bei Feyenoord Rotterdam bekam er nach seiner Zeit in Den Haag erstmals eine Mannschaft, die mit seinen Ansprüchen und Ideen zu Historischem imstande war. Als niederländischer Meister war Feyenoord für den Europapokal der Landesmeister qualifiziert und am Ende sprang der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte heraus. Nach Siegen über Reykjavik, den AC Mailand, Vorwärts Berlin und Legia Warschau wartete im Finale Celtic Glasgow und Ove Kindvall schoss Rotterdam in der Verlängerung zum Titel. Später gewann Feyenoord auch noch den Weltpokal - Happels Weg zur Legende war zumindest in Rotterdam geebnet.

Doch was meinte van Hanegem, wenn er davon sprach, Happel sei seiner Zeit weit voraus gewesen? "Wenn wir den Ball haben, hat ihn der Gegner nicht!" Mit dieser einfachen Vorgabe prägte Happel alle seine Mannschaften, er ließ das von ihm entwickelte und so geschätzte Pressing immer wieder einüben. Die Attacke auf die gegnerischen Spieler begann schon in deren Hälfte, die Räume sollten extrem eng gemacht werden und da Happel auch die Abseitsfalle liebte, verschob sich das Spielgeschehen viel weiter nach vorne, als man es gewohnt war.

Von seiner Krankheit gezeichnet kehrte er nach 25 Jahren im Ausland 1987nach Österreich zurück und wurde a Trainer des FC Swarovski Tirol. Happel ließ dreimal am Tag hauptsächlich Ausdauer- und Krafttraining absolvieren. Es zahlte sich jedoch aus, die Mannschaft gewann 1989 und 1990 den Meistertitel sowie 1989 auch den Cup. Happel wurde 1989 Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft und vollführte eine „kleine Revolution“. Nach 11 Monaten als Nationaltrainer Am 14. November 1992 verstarb Happel an Lungenkrebs. Beim Spiel gegen Deutschland vier Tage nach seinem Tod lag seine Kappe während 90 Minuten auf der Trainerbank.

Privat wird Happel von seinen Hinterbliebenen als liebevoller Familienvater beschrieben. Als Grantler bekannt, hatte der Privatmensch Happel ein ganz anderes Gesicht. Überliefert ist von seinem Sohn Ernst Happel jr. folgendes Ereignis: Bei einem Besuch zusammen mit seinen Enkelkindern im Hagenbecks Tierpark in Hamburg, wurde Happel von einer ca. dreißigköpfigen Schulklasse, von Kindern im Alter von 10 -11 Jahren erkannt und um Autogramme gebeten. Versuche des Lehrers, die Schüler zur Ordnung zu rufen scheiterten. Stattdessen sagte Happel zum Lehrer, er möge die Kinder doch lassen. Danach gab er jedem einzelnen der Kinder ein Autogramm.
Nach seinem Tod wurde das Wiener Praterstadion in Ernst-Happel-Stadion umbenannt. Zwölf Jahre nach seinem Tod wurde der „Wödmasta“ im Rahmen der 100-Jahr-Feier des ÖFB zum „Trainer des Jahrhunderts“ gekürt. Die Trophäe überreichte der UEFA-Präsident Lennart Johannson an die Enkel von Ernst Happel.

Er ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Hernalser Friedhof (Gruppe 1, Nummer 238) in Wien.

Erfolge Spieler

1 x Zentropapokal: 1951
6 x Österreichischer Meister: 1946, 1948, 1951, 1952, 1954, 1957
5 x Österreichischer Vizemeister:
1 x Österreichischer Cupsieger 1946
1 x Österreichischer Cupfinalist:

Teilnahme Fußball-Weltmeisterschaft 1954: 3. Platz
Teilnahme Fußball-Weltmeisterschaft 1958: Gruppenphase (besten 16)
51 Länderspiele und 5 Tore für die österreichische Fußballnationalmannschaft von 1948 bis 1954 und 1957 bis 1958

Sektionsleiter

1 x Österreichischer Meister: 1960
1 x Österreichischer Cupsieger: 1961
1 x Europapokalsemifinale: 1961

Trainer

1 x Weltpokalsieger: 1970 (Feyenoord)
2 x Europapokalsieger: 1970 (CM, Feyenoord), 1983 (CM, Hamburger SV)
2 x Niederländischer Meister: 1969, 1971 (Feyenoord)
3 x Belgischer Meister: 1976, 1977, 1978 (FC Brügge)
2 x Deutscher Meister: 1982, 1983 (Hamburger SV)
2 x Österreichischer Meister: 1989, 1990 (FC Swarovski Tirol)
2 x Niederländische Pokalsieger: 1968 (Den Haag),1969 (Feyenoord)
2 x Belgischer Cupsieger: 1977 (FC Brügge), 1981 (Standard Lüttich)
1 x Deutscher Pokalsieger: 1987 (Hamburger SV)
1 x Österreichischer Cupsieger: 1989 (FC Swarovski Tirol)
1 x Vizeweltmeister: 1978 (Niederlande)
1 x Weltpokalfinalist: 1983
3 x Europapokalfinalist: 1976 (UC), 1978 (CM), 1982 (UC)
3 x Niederländischer Vizemeister: 1970, 1972, 1973
1 x Belgischer Vizemeister: 1980
2 x Deutscher Vizemeister: 1984, 1987
1 x Österreichischer Vizemeister: 1991
3 x Niederländischer Pokalfinalist: 1963, 1964, 1966
1 x Österreichischer Cupfinalist: 1988
2 x Österreichischer Supercupfinalist: 1989, 1990


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Man muss Fußball nicht verstehen, man muss sich nur damit zurechtfinden!

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